Moxibustion

Die Moxibustion zählt neben der Akupunktur und Akupressur zu den klassischen fernöstlichen Heilmethoden. Dabei stehen insbesondere Erkrankungen im Blickfeld, die durch übermäßigen Kälteeinfluß verursacht worden sind.
Bei dieser Therapie werden bestimmte Punkte des Körpers indirekt durch Abbrennen eines Beifußkrautes („Artemisia vulgaris“) erwärmt und stimuliert. Das Kraut wird im Frühsommer geerntet und getrocknet. Die weiche und flauschige Substanz wird dann entweder lose verwendet (in Porzellangefäße verpackt oder in Verbindung mit Akupunkturnadeln) oder in dünnes Spezialpapier umhüllt als Röllchen („Moxazigarre“) in Körpernähe angewendet. Die Erwärmung eines ausgewählten Akupunkturpunktes durch das Beifußkraut kann zu Reaktionen am gesamten Meridian führen.

Das Beifußkraut (Artemisia vulgaris) ist sowohl in Asien als auch in Europa beheimatet. Die Blätter der Pflanze werden getrocknet, gereinigt und dann zu „Moxazigarren“, Kegeln oder einfach Moxawolle weiterverarbeitet.
Die Moxibustionstherapie wurde auch vielfach wissenschaftlich erforscht. Eines der eindruckvollsten Ergebnisse findet sich in einem Artikel des JAMA (Journal of  the American Medical Association), welches zeigt, dass bei Schwangeren, bei denen eine Beckendlage des Fötus in der 33. Schwangerschaftswoche vorlag, durch gezielte Moxatherapie des Akupunkturpunktes Blase 67  eine Normalstellung des Fötus kurz vor Geburt erreicht werden konnte gegenüber keiner Wendung in einer Gruppe von Schwangeren ohne Moxatherapie1.
 

1 Cardini F, Weixin H, Moxibustion for Correction of Breech Presentation. JAMA, November 11, 1998-Vol 280, No.18, p 1580-1584