Ernährung

Richtige Ernährung ist ein wesentliches Fundament für einen gesunden menschlichen Körper. In unserer westlichen Überflussgesellschaft wird man oft dazu verleitet, das richtige Maß im Umgang mit Lebensmitteln und das Gefühl für eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu verlieren. Die Ernährung spielt jedoch bei jeder Erkrankung eine entscheidende Rolle. Deshalb sollten bestimmte diätische Maßnahmen unbedingt beachtet werden. 

Unser Ziel ist es, unsere Patienten mit kompetenter Beratung ganzheitlich zu behandeln und wir sehen es als unsere Aufgabe an, Ihnen auch auf dem Gebiet der Ernährung unsere Hilfe anzubieten.

Ernährungsempfehlungen
von Univ.-Prof. DDDr. Park

Ich möchte Ihnen in den folgenden Zeilen gesundes und Krankheiten vermeidendes Ernährungsverhalten näher bringen. In westlichen Ländern herrscht der Irrglaube, dass Kinder für ihre Entwicklung viel Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte benötigen. Fakt ist jedoch, dass unser Körper für ein natürliches Wachstum nicht so große Mengen an tierischem Eiweiß braucht. Durch einseitige Überernährung können viele vermeidbare Krankheiten schon im Kindesalter entstehen. In der Vergangenheit verwendete man für diese Krankheiten den Ausdruck „Erwachsenenkrankheiten.“ Man nahm an, dass diese im Prozess des Alterns entstünden und dass junge Menschen, insbesondere Kinder nicht daran erkranken würden. Zu diesen „Erwachsenenkrankheiten“ zählen Diabetes, Bluthochdruck, Krebs, Allergien und viele andere. Heute weiß man jedoch, dass nicht das Alter der kritische Faktor ist, sondern vielmehr der Lebensstil, ein Lebensstil, in dem die richtige Ernährung oft zu kurz kommt. Deshalb ist der Begriff „Lebensstilkrankheiten“ in diesem Zusammenhang wohl treffender. Die Lebensmittel, die unserem Körper so großen Schaden zufügen sind im Wesentlichen tierische Nahrungsmittel wie Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte oder verarbeitete und übermäßig gekochte Pflanzennahrung.

Warum sind insbesondere tierische Nahrungsmittel so schlecht für unseren Körper? Ihre Hauptbestandteile sind Proteine und Fett, die beide zwar lebensnotwendig sind, in großen Mengen jedoch definitiv krank machen. Wenn wir Fleisch essen um Proteine zuzuführen, sollten wir daran denken, dass wir gleichzeitig viel Fett mitessen. Auch mageres Fleisch hat einen hohen Fettanteil, so sind auch in magerem Rindfleisch noch 28% Fett. Auch scheinbar fettarme Hühnerbrust besitzt in Wahrheit fast 30%. Zuviel tierisches Eiweiß in der Nahrung ist die Hauptursache von allergischer Rhinitis, Asthma, Atopie und Osteoporose. Das tierische Fett verursacht Diabetes mellitus, Hypertonie, Angina pectoris, Demenz sowie verschiedene Krebsarten (Brustkrebs, Darmkrebs, Prostatakrebs). Ein Zuviel an tierischen Lebensmitteln kann sogar der Auslöser für viele kardiovaskuläre Krankheiten, wie auch dem Herzinfarkt sein.

Eiweiß zählt zu den Stoffen, die für den menschlichen Organismus lebensnotwendig sind. Wie aber können wir unserem Körper trotzdem Eiweiß zuführen, wenn wir alle schädlichen tierischen Lebensmittel von unsrer Speisekarte streichen? Es gibt ein gesundes Nahrungsmittel, das von seinem Nährwert mit tierischer Nahrung verglichen werden kann, das ist unverarbeiteter Reis (Vollkornreis). Naturbelassener Reis hat einen perfekten Nährwert und einen niedrigen Anteil an Eiweiß (ca. 8% der Gesamtkalorien). In tierischer Nahrung hingegen hat Eiweiß einen Anteil von 50% an den Gesamtkalorien. Die spezifischen Eigenschaften von Eiweiß bestehen darin, dass die Proteine in unserem Stoffwechsel zur Gänze verwertet werden. Deshalb ist es auch nicht notwendig dem Körper zu viel davon zuzuführen. Proteine können auch nicht gespeichert werden, daher sollte man immer nur kleine Mengen davon aufnehmen. Es reicht aber nicht, wenn wir einfach nur kleine Mengen Fleisch, Fisch oder Milch zu uns nehmen. In Getreide, Obst und Gemüse ist eine für unseren Körper völlig ausreichende Menge an Eiweiß enthalten. So können wir unseren Körper mit der idealen Menge an Eiweiß versorgen, ohne ihn dabei zu überfordern.  Das bestätigen viele Beispiele von Menschen, die weder Fleisch, Fisch, Eier noch Milchprodukte zu sich nehmen. Diese Menschen leiden nachweislich nicht an den üblichen Zivilisationskrankheiten und sind im Durchschnitt gesünder. Auch Kinder brauchen im Wachstum nur eine sehr geringe Menge an Eiweiß. Viele Krankheiten bei Kindern könnten durch eine Ernährung mit mehr unverarbeitetem Getreide wie Natur- oder Vollkornreis sowie Obst und Gemüse vermieden werden. Dann würden bei Kindern Krankheiten wie Rhinitis, Asthma oder Atopie seltener auftreten.

Betrachten wir die menschliche Wachstumskurve, die uns zeigt, wie die Rate des menschlichen Gewichtszuwachses im Laufe des Lebens schwankt. Dabei steigt die Gewichtszunahme im ersten Entwicklungsstadium von der Geburt bis zum 12. Lebensmonat schnell an. Danach verlangsamt sich die Gewichtszunahme wieder relativ und ab dem zweiten Lebensjahr erfolgt ein stetiger Anstieg bis zur Pubertät. Während der Pubertät lässt sich die zweite schnelle Gewichtszunahme erkennen, die im Erwachsenenalter stoppt. Im höheren Alter schließlich können wir wiederum eine Gewichtsabnahme beobachten. Man könnte meinen, dass wir, wenn wir uns in den Stadien des Wachstums befinden, mehr Eiweiß brauchen. Im ersten Entwicklungsstadium ist der Gewichtszuwachs mit Abstand am größten. In den ersten 12 Lebensmonaten verdreifacht sich das Gewicht des Babys, obwohl das Baby in dieser Zeit nur Muttermilch bekommt. Erstaunlicherweise ist die Menge an Protein in der Muttermilch mit nur etwa 7% der gesamten Kalorien extrem niedrig. Wir können daraus den Schluss ziehen, dass ein ausgewachsener Mensch sogar weniger als 7% an Eiweiß in der Nahrung benötigt. Vollkornreis enthält 8%, also um 1% mehr als Muttermilch. Das bedeutet, dass Vollkornreis genug Proteine bereitstellt, um in einem Jahr dreimal schwerer zu werden!

Die Annahme, dass Fisch im Gegensatz zu Fleisch gut für unsere Gesundheit sei, ist ein Irrtum. Fischöl enthält zwar Omega-3-Fettsäuren, welche essentielle, ungesättigte Fettsäuren sind. Diese Fettsäuren machen aber einen Bruchteil eines Fisches aus, den Rest bilden gesättigte Fettsäuren und Proteine. Die hohe Konzentration von Cholesterin und Triglyceriden kann Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) verursachen.

Tierische Nahrung (Fleisch, Fisch, Eier, Milch) beinhaltet so gut wie keine Ballaststoffe. Diese spielen aber in unserem Körper eine sehr wichtige Rolle und beugen gegen zahlreiche Krankheiten wie Verstopfung, Fettleibigkeit, Dickdarmkrebs oder Diabetes vor. Mittels der normalen Nahrungsaufnahme beim Essen gelangen letztendlich nur 16% der wichtigen Mineralien und Stoffe in unseren Körper. Wenn man langsamer isst und die Speisen konsequent einspeichelt, nimmt der Magendarmtrakt einen wenig höheren Wert auf. Der über ein Spezialverfahren hergestellte grüne Kaisertee ermöglicht eine Aufnahme von wichtigen Mineralien und Spurenelementen von fast 100%. Wenn wir Vollwertkost auf vegetarischer Basis zu uns nehmen, werden uns keine Proteine fehlen. Der große Vorteil ist, dass diese Art der Ernährung nur Stoffe enthält, die unser Körper wirklich braucht. So können wir die richtigen Nährstoffe in den richtigen Mengen zu uns nehmen.

 

Weitere positive Auswirkungen der eiweißreduzierten Ernährung sind eine Verbesserung der Lebensqualität, erhöhte Lebenserwartung sowie die Vorbeugung gegen Krankheiten und schnelles Altern.

 

 

Arteriosklerose
 

Das in tierischen Lebensmitteln enthaltene Fett verursacht unter anderem Arteriosklerose, eine Gefäßverkalkung, bei der die Arterien immer schmäler, dicker und steifer werden. Das geschieht durch Ablagerungen von Blutfetten (Cholesterin, Triglyceride), welche die Blutgefäße verstopfen, aber auch durch viele weitere Faktoren (das metabolische Syndrom, Entzündungsprozesse, oxidative Stressoren oder Nikotin).

Entstehung von Arteriosklerose:

 

Arteriosklerose führt zu Thrombosen und im schlimmsten Fall zu vollständigen Gefäßverschlüssen mit tödlichen Folgen wie Schlaganfall und Herzinfarkt.

Die Arteriosklerose (Blutgefäßverkalkung) gilt als Ausgangspunkt für die Entstehung zahlreicher Erkrankungen. Es werden beispielsweise das metabolische Syndrom (Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Fettleibigkeit) und auch verschiedene Krebserkrankungen damit in Zusammenhang gebracht.

Was sind die Ursachen der Arteriosklerose? Welche Vorbeugemaßnahmen können getroffen werden?  Neben dem übermäßigen Konsum von tierischem Eiweiß und Fett lassen sich auch häufig Spuren von Medikamenten (Antibiotika, Hormone) oder Pflanzenschutzmitteln in unserer Nahrung nachweisen. Diese Toxine lagern sich in unserem Körper, in Organen und Blutgefäßen ab und tragen dort zur Entstehung von Arteriosklerose bei. Von Kindheit an sammeln sich also verschiedenste Schadstoffe in unserem Körper und führen zu den oben genannten „Wohlstandserkrankungen.“ Die sorgfältige Auswahl unserer Lebensmittel ist daher eine enorm wichtige Vorbeugemaßnahme!

Auswirkungen einer zunehmenden Arteriosklerose auf verschiedene Organe und Organsysteme:       

Gehirn: Schlaganfallrisiko steigt drastisch, erhöhte Blutungsgefahr im Gehirn aufgrund von starren, verkalkten Gefäßen; steter Sauerstoffmangel erhöht den Blutdruck. Chronische Erkrankungen wie Alzheimer können entstehen.                                                                                                                        

Auge: grauer Star (vorne) oder grüner Star (hinten)                                                                                                                    

Ohr: eingeschränkte Durchblutung des Ohres kann zu Tinnitus führen.

Schilddrüse: erhöhte Wahrscheinlichkeit an verschiedensten Schilddrüsenfunktions-Störungen zu erkranken.

Herz: Arteriosklerose ist Hauptursache für die Entwicklung eines Herzinfarktes.

Lunge: Minderdurchblutung der Lunge führt zu einer Einschränkung in der Lungenfunktion.

Magen: eingeschränkte physiologische Magentätigkeit, Gastritis kann die Folge sein.

Leber: Mangeldurchblutung führt zu einer Überbelastung der Leber, Leberentzündung (veränderte Hautfarbe), Leberzirrhose und im schlimmsten Fall Leberkrebs können entstehen.

Niere: eingeschränkte Funktion der Nierentätigkeit, wodurch es zu einer vermehrten Ausscheidung von Zucker und Proteinen kommt, Gicht (Stoffwechselerkrankung), völlige Nierenschädigung (Nierenversagen) mit Endstation Dialyse

Gebärmutter: Menstruationsstörungen, Unfruchtbarkeit, etc.

Genitalorgane: Frau > frühere Menopause, vermehrtes Auftreten von Eierstockzysten
Männer > Impotenz, Prostatabeschwerden, Hodenerkrankungen und Schädigung des Spermas.

Gelenksapparat: Steifheit der Gelenke (besonders Hände und Füße), Kniegelenks- und Sprunggelenksbeschwerden sowie Entzündungen in den Gelenken.

Immunsystem: Je nach Stärke des Immunsystems („Herzenergie“) eines Menschen entstehen unterschiedliche Folgeerkrankungen. Wenn das Immunsystem stark ist, neigen Patienten zu erhöhtem Blutdruck, ist es schwach, so entstehen eher Zuckerkrankheit, Ulcera und Gangrän (das sind offene Wunden vorwiegend an den Beinen, die durch Minderdurchblutung verursacht werden).

Haut: Auftreten von Nagelpilzerkrankungen (Onychomykose) aufgrund von Mangeldurchblutung (viel häufiger als in Asien)

 

                                                                                                                             Metabolisches Syndrom                                                                                                                                        

 

Das metabolische Syndrom ist der wichtigste ursächliche Faktor für Herzgefäßerkrankungen. Zu diesem Syndrom zählen Fettleibigkeit (viscerales Fett, um den Bauch), Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte und mangelhaftes Ansprechen auf Insulin (Insulinresistenz). Man spricht von einer „Lebensstilkrankheit“, die sich aus übermäßiger und falscher Ernährung und Bewegungsmangel ergibt.

Bluthochdruck  

Die übliche Therapie besteht in der Einnahme von blutdrucksenkenden Medikamenten, was im Akutfall sinnvoll und notwendig ist. Das Problem ist, dass auch eine jahrzehntelange Einnahme von Blutdruckmitteln keinen Bluthochdruck heilt, sondern bestenfalls das Symptom mildert.

Erhöhte Blutzuckerwerte

Kurzzeitig ist eine antidiabetische Therapie oder im Akutfall die Gabe von Insulin angebracht. Längerfristig gesehen gehört aber die wahre Ursache behandelt, die im Ernährungsverhalten liegt. Eine bewusste Umstellung in diesem Bereich führt zu stark gebesserten Blutzuckerwerten.

 

Krebserkrankungen  

Viele Forschungsarbeiten weisen darauf hin, dass Krebserkrankungen über Jahre entstehen und viel mit  dem Ernährungs- und Lebensstil zu tun haben. Bewusstes Ernährungsverhalten kann die Wahrscheinlichkeit verringern an Krebs zu erkranken. (siehe Tab. 1 und Tab. 2)

Bei manchen Krebserkrankungen ist eine Operation leider unumgänglich. Da viele in der Krebstherapie eingesetzte Methoden wie Chemotherapie, Radiotherapie und operative Sanierung oft nicht zu einer gewünschten Tumorfreiheit führen, ist es das Ziel Wege zu finden, zumindest die Wiederkehr der Krebserkrankung unwahrscheinlicher zu machen. Dazu tragen eine Verbesserung des körperlichen Zustands und eine Änderung des Ernährungsstils bei. Die Ansammlung der Schadstoffe reduziert sich und der Körper beginnt zu entgiften.

 

 

Mutmaßlicher Anteil von Umwelteinflüssen an der
Inzidenz von malignen Tumoren

Umwelteinfluss Anteil an Krebsmortalität in  %

 

Ernährungsweise 35
Tabak/Rauchen 30
Geschlechtsverhalten und Schwangerschaft 7
Berufsbedingte Einflüsse 4
Alkohol 3
Umweltverschmutzung 2
Medizinische Behandlungen 1
Lebensmittelzusätze <1
Industrielle Chemikalien <1

Nach L.H. Grimme: Ernährung, Immunität, Krebsvorsorge, 1995.

Tab. 1

 

(Vorlesungsauszug Med. Uni Wien, Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung 2012)

Tab. 2